Schwabeggalp, 1699 m
Wandern

Schwabeggalp, 1699 m

  • 9.2 km
  • 04:15 h
  • 553 m
  • 553 m
Schwabeggalp, 1699 m
Die hünenhaften Felsgestalten der Hornbachkette im Visier Es mutet seltsam an. Man muss erst in einem Riesenbogen umständlich um die Allgäuer Alpen herumfahren und vom Tiroler Lechtal aus in ein unwirtliches Seitental eindringen, um einen der allerwildesten und dramatischsten Winkel dieses Gebirges erleben zu können. Der Grund: Das Lawinenloch des hinteren Oytals und der Übergang übers Hornbachjoch, 2020 m, sind für Winterwanderer ebenso tabu wie der ziemlich riskante Zugang vom Prinz-Luitpold-Haus über die Balkenscharte, 2157 m, und den Fuchsensattel, 2039 m. Aber Gebirgskämme fragen eben – Gott sei’s gedankt – nicht nach menschlicher Logik, nach deutschem Ordnungssinn. Einer der mächtigsten, geschlossensten und gipfelreichsten Gebirgskämme der Nördlichen Kalkalpen ist die Hornbachkette mit der höchsten Allgäuer Erhebung, dem Großen Krottenkopf, 2657 m. Wer diese ernsthafte Welt aus kitzliger Nähe wie von einer eigens dafür geschaffenen Schaubühne aus bestaunen möchte, braucht nur vom heimeligen Bergbauerndörfchen Hinterhornbach zu der nicht weit von der überdimensionalen Südostwand des Hochvogels entfernten Schwabeggalp hinaufzuwandern. Möglichst im Tiefwinter, dann zieht die allgewaltige Bergnatur noch ein paar zusätzliche Register. Trotz des waldreichen und harmlosen Aufstiegs handelt es sich hierbei um ein ungemein spannungsgeladenes Vorhaben im Banne wahrlich zyklopischer Felsberge. Und das überraschend Erfreuliche dabei ist die Tatsache, dass man den lauernden winterlichen Gefahren geradewegs ins dämonische Auge sehen kann, sich ihnen aber nirgends auszusetzen braucht.
Ausgangspunkt: Talort / Ausgangspunkt: Hinterhornbach, 1101 m. Kleines Dorf im Hornbachtal, einem westlichen Seitental des Lechtals, Tirol. Kein Busanschluss.
A tour by:
Rother Wanderführer Allgäuer Alpen (Herbert Mayr)