Wandern
Rauth, 1140 m
- 12.0 km
- 03:30 h
- 262 m
- 262 m
Beglückender Talgang im Banne dolomitenartiger Kalkburgen Haufenweise Pulverschnee und eine saubere Luft. Das als schönstes Hochtal Europas gepriesene industriefreie Tannheimer Tal umfängt den Besucher auch zur kalten Jahreszeit mit seinen vielfältigen Reizen. Ein Märchenland für Romantiker. Da sind zum einen – und man muss sie natürlich in erster Reihe nennen – die fast wie Dolomitenkönige unvermittelt emporschießenden Felsklötze. In atemberaubender Kühnheit ziehen sich Kletterrouten durch das verhältnismäßig wenig dem Verfall preisgegebene Gemäuer. Diese finden dank ihrer sonnigen Exposition auch zu einer Jahreszeit, in der sich auf der anderen Talseite die Skifahrer tummeln, ihre eifrigen Bewerber. Zum anderen fällt die noch wenig verbaute, echte Erholung bietende Talsohle auf: Die Langläufer kommen nicht umsonst von weither angereist. Genügend Natur also. Und mitten durch diese Traumkulisse haben die cleveren Tiroler Tourismusköpfe für Genusswanderer einen beispielhaften Winter-Panoramaweg angelegt. Der durchwegs abseits des Verkehrs verlaufende Entdeckungskurs zeigt immer wieder auf überzeugende Art und Weise den noch ursprünglichen Talcharakter auf. Und dieser entspannende Weg führt eindringlich vor Augen: Im Tannheimer Tal sind die Berge auch von unten schön. Vor der Wildbachverbauung war das Gemeindegebiet von Nesselwängle allerdings wiederholt alles andere als eine Idylle. Schwere Vermurungen suchten das Dorf heim. Immer wieder traten die Sturzbäche aus ihren Rinnen und richteten schwere Verwüstungen an. Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Schäden so schlimm, dass die Regierung den Einwohnern nahe legte, ihr Dorf zu verlassen und auszuwandern. Doch hartnäckig wie die Tiroler sind, haben sie auch diese Zeiten überstanden und sich dauerhaft zu wehren gewusst.
Ausgangspunkt: Talort / Ausgangspunkt: Nesselwängle, 1136 m. Gemeinde im Tannheimer Tal, Tirol. Mit dem Bus von Sonthofen erreichbar (Zug von Kempten).
A tour by:
Rother Wanderführer Allgäuer Alpen (Herbert Mayr)
