Durchs Steinerne Meer
Wandern

Durchs Steinerne Meer

  • 17.8 km
  • 08:30 h
  • 963 m
  • 963 m
Durchs Steinerne Meer
Kurioses und Wundersames zwischen Karst und Almzone Wer von einem Randgipfel des Steinernen Meeres auf das zu Füßen liegende und zu Stein erstarrte Gewoge aus Felsrücken, Geröll und Dolinen niederschaut, wird von der treffenden Namensgebung für diese Landschaft begeistert sein. Und wer diese unübersichtliche und scheinbar tote Steinwüste im Sommer durchwandert, wird beim näheren Hinsehen erkennen, dass sie voller Leben ist und man darin auf manches Naturwunder trifft. Scharfkantige Karren und abgeschliffene Felsplatten breiten sich am Fuß kühner Randgipfel und neben gewaltigen Gruben (Dolinen) hin. Manches zarte oder borstige Blumenbüschel findet in Ritzen oder schalenartigen Vertiefungen eines kargen Felsens Halt und ausreichend Nahrung, um sich im Bergsommer für kurze Zeit farbig leuchtend zu entfalten und sich mit bewundernswerter Widerstandskraft in der rauen Umgebung zu behaupten. In den Hochlagen des Steinernen Meeres schmilzt der Schnee erst spät (oder gar nicht), deshalb kann die Blütezeit mancher Blume um bis zu acht Wochen verzögert sein. Wir staunen in der wasserarmen Karstlandschaft über die neben dem Weg tropfenweise fließende »Wunderquelle«. Wir lernen den Kontrast zwischen der hoch gelegenen, karstigen Öde und dem Sattgrün der Vegetationszone sowie den fließenden Übergang zwischen den beiden zum »Baumgartl« hinab kennen. Wir genießen den lieblichen Funtenseekessel, in dessen Umgebung einst im Sommer über mehrere Jahrhunderte verschiedene Almen bestanden und über schwierige Zustiege mit Großvieh bestoßen wurden. Hier begrüßt uns auch das Murmeltier mit schrillem Warnschrei, und am Seeufer vernehmen wir das dumpfe Rumoren der sagenumwobenen »Teufelsmühle«, das vom unterirdischen Abfluss des Sees herrührt. Hier finden wir in dem von der DAV-Sektion Berchtesgaden seit 1879 unter schwierigsten Bedingungen betriebenen und heute in Bezug auf Ausstattung und Umweltverträglichkeit effektiv ausgestatteten Kärlingerhaus gastliche Aufnahme. Es stellt seit jeher einen wichtigen Stützpunkt beim Übergang vom Königssee über das Steinerne Meer in den Pinzgau und in Gegenrichtung dar. Ähnliches gilt auch für das Riemann- und Ingolstädter Haus am Rand des Steinernen Meeres, die es uns ermöglichen, unsere Rundwanderung in angenehme Etappen einzuteilen. Auf der Variante kommen wir am »Zirbenmarterl« vorbei, einer Figurengruppe, die in eine etwa 800 Jahre alte Zirbe eingebaut ist. Die Durchquerung des Steinernen Meeres nehmen wir im Anschluss an die Tour »Riemannhaus und Breithorn« vor; an ihr können auch ausdauernde und gewandte Kinder teilnehmen, die den Auf- und Abstieg zum und vom Riemannhaus schaffen. Der Gang übers Steinerne Meer bietet uns reiche Gestaltungsmöglichkeit, angefangen von einem Schnelldurchgang für einen Tag (Riemannhaus – Kärlingerhaus – Zirbenmarterl – Riemannhaus) bis zu mehreren Tagen unter Einbeziehung der Touren »Sommerstein und Schönfeldspitze«, »Feldkogel und Viehkogel«, »Ingolstädter Haus und Großer Hundstod«. Der Weg von Maria Alm übers Riemannhaus und das Kärlingerhaus zum Königssee ist die meistbegangene Route übers Steinerne Meer. Auf dieser verläuft auch die seit der Pestzeit bestehende und jedes Jahr gegen Ende August durchgeführte Wallfahrt von Maria Alm nach St. Bartholomä am Königssee. Auf den Spuren dieser Wallfahrer wandern wir bis zum Funtensee und durchqueren die Karsthochfläche auf dem Rückweg ein weiteres Mal, dann aber auf anderer Route.
Ausgangspunkt: Talort: Maria Alm, 802 m.Ausgangspunkt: Riemannhaus, 2177 m. Zu- und Abgang wie Tour 35.Anforderungen: Durch das Steinerne Meer sind stabile, trockene Wetterlage, ausreichende Sicht, ferner Trittsicherheit und ein waches Auge erforderlich. Am markierten Weg bleiben!
A tour by:
Rother Wanderführer Hochkönig (Sepp Brandl)