Wandern
Chamerstock und Clariden-Höhenweg
- 15.4 km
- 04:30 h
- 448 m
- 510 m
Warum der Urner Boden nicht zu Glarus gehört Als äußerster nordöstlicher Ausläufer springt der Chamerstock wie ein mächtiger Bug gegen das hintere Glarner Tal vor und bietet entsprechend fulminante Ausblicke. Dabei ist die Wanderung über den harmlosen, grasigen Fisetengrat mit Seilbahnunterstützung nicht mehr als eine Spritztour und entsprechend beliebt. Wer den Tag noch halbwegs füllen möchte, kann im Anschluss den Clariden-Höhenweg Richtung Klausenpass unter die Sohlen nehmen. Dieser führt über die Hanglagen von Gemsfairen bis unter die ehedem eisgepanzerte Nordwand des Clariden und setzt die gegenüberliegende Kette der Jegistöcke sowie den wuchtigen Plateaustock der Glatten in Szene. Interessant, dass die Talschaft des Urner Bodens, übrigens die größte Alp der Schweiz, topografisch zwar dem Glarnerland zugewandt ist, politisch aber, wie der Name schon sagt, zu Uri gehört. Bereits 1315 wurde die Grenze nach anhaltenden Streitigkeiten festgelegt. Eine Sage erzählt, dass ein Wettlauf zur Entscheidung ausgerufen wurde. Beim ersten Hahnenschrei sollte jeweils ein Läufer von Altdorf sowie von Linthal aus starten, und wo sie sich träfen, käme fortan der Grenzstein zu liegen. Während die Glarner ihr Federvieh am Vorabend mit allerlei Köstlichkeiten mästeten, ließen die Urner ihren auserwählten Hahn darben. Und so begann dieser vor Hunger bereits kurz nach Mitternacht zu krähen, während der satte Glarner Güggel bis in die Morgenstunden schlief. Der Urner Läufer vermochte seinen Vorsprung zu nutzen und traf seinen Glarner Rivalen schließlich erst weit östlich der Passhöhe.
Ausgangspunkt: Bergstation Fisetengrat, 2010 m, der Luftseilbahn von Urnerboden. Betriebszeiten von 7 bis 18 Uhr (Juni bis September) bzw. 8 bis 17 Uhr (Oktober bis Mai), +41 55 6431505.Endpunkt: Klausenpass, 1948 m. Mit dem Postauto zurück nach Urnerboden.Anforderungen: T1–2 am Chamerstock, bis T2–3 zum Klausenpass.
A tour by:
Rother Wanderführer Glarnerland (Mark Zahel)
