Wandern
Schachten und Filze
- 21.1 km
- 06:00 h
- 542 m
- 542 m
Zu sonnigen Weiden und durch latschengesäumte Hochmoore Schachten sind wie die Almen in den Alpen Weideflächen im Waldgebirge. Vor etwa 400 Jahren begann man in Höhenlagen meist über 1100 m, Waldflächen von mehreren Hektar für Viehweiden zu roden. Ab Ende April trieben Hirten das Vieh der Bauern aus den umliegenden Dörfern des Zwieseler Winkels auf die Sommerweiden. Nachts schliefen die Hirten in einfachen Hütten, während das Vieh Schutz unter Baumriesen auf den Schachtenwiesen fand. Ende September trieb man das Vieh zurück ins Tal. 1963 fand der letzte Auftrieb im Nationalpark statt, am Großen Arber überlebte diese Tradition noch bis in die 1990er-Jahre. 1971 wurde das Naturschutzgebiet »Schachten und Filze« gegründet. Filz ist ein altbayerischer Begriff und steht für Hochmoor oder Regenmoor, also ein Moor, das sein Wasser aus den Niederschlägen bezieht und keinen Kontakt mehr zum Grundwasser hat. Zwieselter Filz und Latschenfilz entstanden in sattelförmigen Vertiefungen zwischen den Berggipfeln. Tiefschwarze Mooraugen mit extrem saurem Wasser säumen den Weg. Das Schneidige Wollgras und die Latsche, die als einzige Baumart auf den sauren und nährstoffarmen Moorböden gedeiht, dominieren das Bild. Bitte achten Sie das Wegegebot und stören Sie diesen erhaltenswerten und einmalig schönen Lebensraum nicht!
Ausgangspunkt: Buchenau, 743 m, Wanderparkplatz (Navi – Buchenau 24, 94227 Lindberg); Igelbus 7149/7150 Falkenstein-Bus. Anforderungen: Ca. 21 km lange, anstrengende Tour mit langem Anstieg auf zuweilen steinigen und steilen Wegen; bei Nässe rutschige Bohlenstege in den Filzen.
A tour by:
Rother Wanderführer Bayerischer Wald (Eva Krötz)
